Wie entwickelt man die Gemeinschaft
mit dem Heiligen Geist?
Als Erstes müssen wir das Verlangen haben, mit dem Heiligen Geist Gemeinschaft zu haben. Wir müssen uns ständig dessen bewusst sein, dass Er in uns ist (1. Johannes 4:4) und immer mit uns zusammenarbeiten will. Dann ist es auch erforderlich, dass wir mit dem Heiligen Geist sprechen, wie: „Heiliger Geist, was sagt das Wort des Vaters zu diesem Fall?“ Oder: „Heiliger Geist, hilf mir, stärke mich, leite mich, führe mich, schenke mir die richtigen Worte, erinnere mich daran, dass ich nicht zornig, ungeduldig, hochmütig oder stolz auf mich werde - offenbare mir den richtigen Zeitplan, schenke mir die richtige Lösung.“ Wir sollten den Heiligen Geist bei jeder Handlung einladen, mit und durch uns zu arbeiten, zu lehren, zu predigen, Zeugnis zu geben, das Wort zu studieren, Fragen zu beantworten, usw. Auch in den genannten „unwichtigen“ Dingen wie Kochen, Ernährung, Schlafgewohnheiten, Hausarbeiten, usw. sollten wir mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten. Es ist erstaunlich, wie leicht, schnell und manchmal so anders Dinge ablaufen, wenn Er unser Helfer sein kann! Wenn wir mit diesem Prozess einmal beginnen und nicht mehr davon ablassen, dann wird es zu einer gesegneten Angewohnheit, alles zusammen mit dem Heiligen Geist zu tun. Die Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit Ihm wird dann so stark werden, dass Er uns immer mehr sagen, immer mehr offenbaren, uns warnen und führen kann. Man möchte dann gar nichts mehr ohne Ihn tun und kann kaum verstehen, dass man in der Zeit, wo man wenig Gemeinschaft mit Ihm hatte, überhaupt gesegnet werden konnte!
Woher bekam Jesus die Idee,
auf den Boden zu spucken, mit Seinem Speichel einen Brei zu formen und diesen
dem Blinden in die Augen zu schmieren? Wie wusste Jesus, dass Er dem Blinden
von Bethsaida in die Augen spucken sollte? (Markus 8:22-26). Woher
wusste Jesus, wer Seine Jünger seien? Woher wusste Jesus, dass Jerusalem
zerstört und kein Stein auf dem andern bleiben würde, usw? Er wusste alles vom
Vater durch den Heiligen Geist. Auch wir können Seine Stimme so gut kennen,
dass wir anderen Stimmen nicht mehr folgen. „... und die Schafe hören auf
seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen ... und die Schafe
folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen sie
nicht nach ...“ (Johannes 10:3-5). Außerdem erinnert uns der Heilige
Geist ständig an das Wort und hält unsere Motive und Haltungen rein und sauber,
so dass wir mit reinem Herzen, ohne Sünde, leben können. Der Heilige Geist gibt
unserem Geist stets Zeugnis, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Er führt uns
mehr und mehr in ein Leben ohne Sünde mit tiefem Frieden und unaussprechlicher
Freude, die aus unserem Geist kommen. Er zeigt uns auch sofort, wenn wir
gesündigt haben und fordert uns, ohne uns zu verdammen, zur Buße auf. Der
Heilige Geist arbeitet nie mit Verdammnis, sondern mit Liebe, Frieden,
Erbauung, Korrektur, Ermahnung und sanftmütiger Zurechtweisung, indem Er das
Wort bestätigt. Der Heilige Geist bringt nie jemanden in Unruhe oder in Stress,
Er hetzt niemand und verurteilt auch niemanden. Ich glaube, dass es durch eine
sehr gute Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist möglich ist, täglich ohne Sünde
zu leben. Der Heilige Geist hilft uns auch, im Glauben zu leben und mit unseren
Worten nicht zu fehlen. „Wenn jemand in der Rede nicht fehlt, so ist er ein
vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten“ (Jakobus
3:2). Er öffnet uns die Schrift und schenkt uns durch das Wort immer mehr
Einsicht und Offenbarung. Nach und nach erleben wir auch, dass mehr und mehr
Gaben des Heiligen Geistes durch uns wirksam werden. Wir erleben die
Kraftgaben, die Offenbarungsgaben und die Sprachengaben (siehe „Die Gaben des
Heiligen Geistes“). Allem voran aber sollten wir bei unserem Wachstum mit Gott
Gottes Weg der Weisheit wählen und deshalb müssen wir zuallererst lernen, das
Wort Gottes richtig auszulegen. „Gib dir Mühe, dich Gott als bewährt zu
erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort
der Wahrheit richtig behandelt (schneidet, auslegt)“ (2. Timotheus
2:15). „Denn unsere Predigt entspringt nicht dem Irrtum, noch unreinen
Absichten, auch keinem Betrug“ (1. Thessalonicher 2:3).
Es gibt leider eine Menge „Diener Gottes“, die zwar mit Geistesgaben umgehen, doch ihre Lehren sind nicht richtig und noch dazu ist ihr Leben meist nicht in Ordnung. Es gibt sogenannte „Diener Gottes“, die nur Kranke heilen und Wunder vollbringen möchten, doch an ihrem eigenen geistlichen Wachstum haben sie kein Interesse. Sie wissen genau, dass Menschen eine Menge Geld spenden, wenn sie geheilt werden und sie dienen mit „verblümter Habsucht“ (1. Thessalonicher 2:5), wie es Paulus ausdrückt. Das ist eine schlimme Sünde und wir sollten mit solchen keine Gemeinschaft haben. „... und die Gottseligkeit für eine Erwerbsquelle halten, - von solchen halte dich ferne!“ (1. Timotheus 6:5).
(Auszug aus dem neuen Minibuch "Wie hört man den Heiligen Geist?" von Manfred Schmidt)